Aktuelles

Aktuelles aus der Solarbranche

30.10.2018

EU will Steuern auf Strom-Eigenverbrauch verbieten

Es ist ein wenig paradox: Wer in Deutschland eine Photovoltaikanlage zur Stromproduktion betreibt und diesen Strom sofort wieder im eigenen Haus für seine Elektrogeräte verwendet, muss auf die verbrauchten Kilowattstunden die EEG-Umlage zahlen, die zur Förderung von regenerativen Energien gedacht ist. Solche Abgaben auf selbst produzierten und selbst genutzten Strom will die Europäische Union nun verbieten.

Stärkung von Selbstversorgern

Die EU-Kommission möchte mit dieser Entscheidung erreichen, dass Selbstversorger keine Hindernisse bei der Nutzung ihres eigenen Stroms haben. „Im Grundsatz sollen einzelne Personen und Gruppen von Personen nach der Artikel 21 der neuen EE-Richtlinie künftig dazu berechtigt werden, Strom aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen, auch für den Eigenverbrauch, überschüssige Energie zu speichern und zu verkaufen, ohne dabei auf diskriminierende und überlastende Bedingungen zu stoßen“, fasst es der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) zusammen.

Der BSW-Solar begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich. Seit 2014 ist es in Deutschland nämlich so, dass Eigenverbraucher die EEG-Umlage auf selbst produzierten Strom zahlen müssen. Dies führe dazu, dass sich Photovoltaikanlagen erst später rechnen und deshalb seltener installiert werden, glaubt der Verband. Mit der EU-Verordnung könne nun mit einem Anstieg des PV-Ausbaus gerechnet werden. „Nach einem massiven Preisrückgang stehen Solarenergie und Speicher nun bereit, eine deutlich größere Rolle für eine sichere und preiswerte Energieversorgung zu leisten“, meint BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Damit diese Richtlinie auch umgesetzt wird, müssen noch der EU-Rat und das Parlament zustimmen, bevor sie in Kraft tritt. Die Mitgliedsstaaten haben ab dann 18 Monate Zeit, die Vorgaben in geltendes Recht umzusetzen.

Quelle:www.heldenambau.de/news


zurück zur News-Übersicht